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projekt spitzenfueli 1914-2014

Ein vergessener Schützengraben der Festung Hauenstein

Man darf dieses Bauwerk nicht überbewerten. Mit dem Kloster Schöntal hat Langenbruck ein kulturhistorisches Juwel zu bieten, neben dem ein altes Stück Schützengraben kaum bestehen kann. Der Graben am Spitzenflüeli wurde eilig gebaut und war nie für die Ewigkeit gedacht. Nach einem Jahr war er veraltet und nach zehn Jahren aufgegeben - eine Militärruine im Wald. Aber er hat eine Geschichte zu erzählen, der man zuhören sollte.

Als er im Herbst 1914 erbaut wurde, hörten die Sappeure den Kanonendonner aus dem Elsass, mit dem Jahreswechsel begannen die blutigen Kämpfe zwischen Franzosen und Deutschen in den Vogesen. Das furchtbare Sterben am Hartmannsweilerkopf und am Lingenkopf zeigte bald, dass Grabenlinien am feindseitigen Hang ohne eine zweite Deckungslinie am abgewandten Hang unter Artilleriefeuer zu Todesfallen wurden. Genau so eine Falle wäre der Graben am Spitzenflüeli geworden.



Trotz seiner offensichtlichen Mängel blieb der Graben ein Stück der Fortifikation Hauenstein. Vom Spitzenflüeli aus mochte Nachts das Licht von der Scheinwerferstellung Bölchenflue gespenstisch gewirkt haben, wenn es suchend über die Talhänge strich. Tag und Nacht drang vom 11. bis zum 16. Oktober 1915 der Gefechtslärm des zweiten Manövers am Hauenstein zu den Wachen am Spitzenflüeli empor.

Wenige Kilometer südlich probte die 3. Division in einer grossangelegten Übung den Ernstfall am westlichen Ende der Fortifikation. Im Norden erklang zugleich dumpf das deutsche und französische Geschützfeuer an der Vogesenfront. Dieser Schützengraben ist ein Zeitzeuge jener Tage. Er verdient es erhalten zu werden und mahnt an den August 1914, als die Völker Europas berauscht in einen Krieg zogen, der das Grab einer Epoche werden sollte.



Wo befindet sich der Graben eigentlich? Wenn der Wanderer im Oberbaselbiet von Langenbruck nach Eptingen am Kilchzimmersattel angelangt ist, steht er dort vor einem Wegweiser, der ihm den Weg zur Lauchfluh mit seinem Beobachtungsposten aus der Grenzbesetzung 1914-1918 zeigt (das Bauwerk mit seiner markanten Panzerkuppel wurde von der III. Kompanie des Sappeur-Bataillons 22 errichtet).

Wenn man von dort aus dem Wanderweg einige Minuten in den Wald folgt, trifft man beim Spitzenflüeli auf einen Schützengraben der sich über eine Länge von 288 Metern Richtung Geissflue erstreckt. Moos, Laub und Humus haben im Laufe von Jahrzehnten Besitz vom Bauwerk ergriffen. 1914 sprengten Geniesoldaten des Sappeur-Bataillons 22 hier diesen Schützengraben als Teil der Fortifikation Hauenstein in den Fels.



Das Bauwerk umfasst im südlichen Teil einen Abschnitt mit zwei nischenartigen Unterständen und mehreren Splitterblenden. In diesem Bereich zieht sich der Graben hangwärts nach Süden und ist sehr gut erhalten. Weil er bis zur Hälfte seiner einstigen Höhe verschüttet war, blieben seine Mauern grossteils konserviert. Dieser Teil der Fortifikation Hauenstein stellt in der Region eines der am besten erhaltenen Zeugnisse militärischer Architektur von 1914 dar.

Rost & Grünspan hat sich 2002 die Wiederherstellung und Bewahrung dieses Monuments im Baselbiet zum Ziel gesetzt. Der Gemeinderat von Langenbruck lässt das Projekt in diesem Sinne durch die öffentliche Hand umsetzen. Rost & Grünspan wirkt dabei hauptsächlich bei Freilegung und Unterhalt des angesprochenen Grabenabschnitts mit.



Projektinformationen auf unserer eigenen Website:

>>Plan des zu restaurierenden Grabenfragments

>>Bilder des Grabens 1914 und 2002

>>Themenseite zum Projekt Spitzenflüeli 1914-2014



Ausführliche Themenseite auf www.schweizer-festungen.ch:

>>Fortifikation Hauenstein 1914-1918



Fotos von Relikten der Fortifikation auf www.belchen-schweiz.ch:

>>Fotoserie Fortifikation Hauenstein




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