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Internierung unter Waffendrohung (22.11.1944) ...An einer anderen Stelle waren 36 deutsche Grenadiere unter dem Kommando eines Oberleutnants auf schweizerisches Gebiet übergetreten, nahe eines nicht eben stark dotierten Unteroffizierspostens. Die drei Dutzend waren die Reste von zwei Kompanien. Der schweizerische Postenkommandant, ein Unteroffizier vom Schützenbataillon 3, forderte sie auf die Waffen niederzulegen und sich internieren zu lassen, aber der deutsche Oberleutnant weigerte sich. Sie hätten nicht die Absicht sich internieren zu lassen, sie begehrten nur auf Schweizer Boden auszuruhen, um nachher wieder in den Kampf einzugreifen. Der Korporal redete umsonst auf den Offizier ein, das solches nicht statthaft sei. Da er zugleich feststellen musste dass er zahlenmässig den Deutschen unterlegen war, jagte er einen seiner Leute zum Zugführer, ersuchte ihn zu kommen und Verstärkung mitzubringen. Die deutschen Grenadiere hatten es sich inzwischen gemütlich gemacht, ohne ihre Waffen abzulegen oder auch nur einen Moment ausser Sicht und Griff zu lassen. Der Schützen 3er Zugführer erschien indessen bald auf einem Rad, gefolgt vom Rest seines Zuges der im Laufschritt herannahte. Die Schützen umstellten den deutschen Grenadiertrupp und der Grenzschutz-Hauptmann erläuterte dem deutschen Oberleutnant noch einmal die Lage. Der wollte aber unbelehrbar von Internierung und Waffenabgabe nichts wissen. Er betonte energisch, er und seine Leute begehrten weiterzukämpfen - und wenn es nicht anders zu machen sei - soll er ausgerufen haben - "So bezeichnen wir uns einfach als SS. Wir wissen nämlich dass ihr Schweizer uns dann auf jeden Fall wieder hinauswerfen werdet." Der deutsche Oberleutnant befahl jetzt seinen Leuten, indem er die Diskussion brüsk abbrach, aufzupacken und sich über die Grenze zurückzuziehen. Abermals griff der Hauptmann des Grenzschutz ein und erklärte dem Deutschen entschieden und bestimmt, er habe auf schweizerischem Gebiet keine Kommandogewalt mehr. Es sei persönliche Sache eines jeden seiner Leute, ihm zu folgen oder hierzubleiben. Der Augenblick war spannungsreich. Hier die deutschen Grenadiere, abgekämpft und dreckig, auf ihren Zügen alle Zeichen von Müdigkeit, verbunden dem Ausdruck eines Zwiespalts zwischen anerzogenem Pflichtgefühl, anerzogenem Gehorsam, und der Unsicherheit ob beides angesichts der Lage noch sinnvoll sei. Um sie herum, der Kreis der Schützen 3er, ihre Gewehre im Anschlag, und über dem ganzen plötzliche Stille nach dem harten Ton zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Offizier geführten Wortwechsel. Da griff der Feldweibel der Deutschen ein. Er wandte sich an seinen Offizier und legte ihm hart und klar die Aussichtslosigkeit der Lage abermals dar. Eine Rückkehr nach Frankreich bedeute Tod oder Gefangenschaft, eine andere Alternative gäbe es nicht. Er jedenfalls lasse sich internieren. Pause. Dann gab der Oberleutnant wortlos nach, legte sein Koppel ab, die Mannschaften folgten ihm ebenso wortlos und, eskortiert von den Schützen, marschierte der Trupp nach Beurnevésin... |
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| Hauptmann, Landwehr-Schützenbataillon 101 | ||