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Verwundete an der Grenze (24.11.1944) ...Der deutsche Arzt verlangt den Schweizer Offizier zu sprechen. Er fragt mich, ob fünf Schwerverletzte und elf Leichtverletzte in der Schweiz interniert und gepflegt werden könnten. Die Bewilligung der zuständigen Stellen liegt vor für alle Angehörigen des deutschen 308.Grenadier-Regiments. Ich lasse Hauptmann Steiger benachrichtigen und gebe die Art der Verletzungen an. Nach etwa einer halben Stunden gibt's Leben bei der deutschen Wache. Haltrufe und Passwort, unterdrückte Flüche und Gestöhn. Der Verwundetentransport. Langsam kam die Trägerkolonne auf die Öffnung im Grenzzaun zu. Die deutschen Soldaten müssen die Verwundeten noch ein wenig in die Schweiz hineintragen und die Bahren auf dem unzertretenen Waldboden abstellen. Wieder Stöhnen, ich mache kurz Licht mit der Taschenlampe. Zwei Minuten später krepieren zwei Salven Granaten nahe der Grenze. Die deutschen Träger schauen in den Schweizer Wald und zögern, zurückzugehen. Ein scharfes Kommando bringt sie von den naheliegenden Überlegungen ab. Der deutsche Arzt orientiert mich über die Art der Verletzungen und die bereits verabreicheten Einspritzungen. Jeder Verwundete trägt eine weisse Anhänge-Etikette mit einem roten Strich. Die elf Leichtverletzten werden auch übernommen und ca 300 Meter in Deckung geführt. Meine mit der Bewachung beauftragten Soldaten nehmen ihnen die Bajonette ab, die anderen Waffen mussten sie auf französischem Boden zurücklassen. Unsere Soldaten kamen mit den Verwundeten ins Gespräch und stellten fest, dass die Deutschen nicht aus Überzeugung zum Regime sondern aus Pflichterfüllung so lange ausgehalten hatten. Schon regen sich menschliche Gefühle, jeder findet in seinem Brotsack etwas Essbares und ein paar Zigaretten. Die Deutschen nehmen alles dankbar an. |
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| Oberleutnant, Grenadier Kompanie 1 | ||