Alliierte und deutsche Verwundete(November 1944)

Ein besonders exponierter Abschnitt der dritten Kompanie befand sich beim Gehöft mit Namen Beauregard. Der Grenzverlauf war dort ähnlich unübersichtlich wie bei uns in Montréboef. Auf diesem Posten Beauregard erschien ein Camion, begleitet von einem französischen Unteroffizier. Dieser ersuchte die Schweizer, eine Anzahl Verwundeter zu übernehmen, französische und deutsche Soldaten, aber auch französische Zivilisten, unter ihnen einen zwölfjährigen schwerverletzten Jungen. Die Füsiliere übernahmen den traurigen Transport, aber auf dem Weg ins Spital von Porrentruy starb der Junge, so dass er noch am gleichen Tag in einem Sarg, den Franzosen wieder übergeben wurde.

Tags darauf erschein ein Trupp Deutscher, der entschlossen war sich internieren zu lassen. Die Füsiliere der dritten Kompanie waren gerade dabei diese Deutschen zu entwaffnen, als ein Feuerschlag auf die Häusergruppe niederging. Schweizer und Deutsche zerstoben in den Schützenlöchern. "Jetzt habe ich fünf Jahre Krieg hinter mich gebracht", soll der eine Deutsche gesagt haben, "um zum Schluss auf schweizerischem Gebiet anstatt interniert zu werden in einem Schützenloch zu krepieren." Sie sind aber beide mit dem Leben davongekommen, der Deutsche und der Schweizer...
Hauptmann, Landwehr-Schützenbataillon 101