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>> Bildbericht zu Chessilochmarsch 2008 und Biwak beim Wappenfelsen

Trailer zum Gedenkanlass (Quicktime-Datei, 7,2 MB)



Vor 90 Jahren endete der Erste Weltkrieg

Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg, der Europa eine neue Art von Krieg mit Stacheldraht, Schützengräben, Giftgas, Kampfflugzeugen und Panzern brachte. Millionen von Menschen kamen ums Leben in jenen wenigen Jahren, in denen die unbeschwerten Tage der Belle Epoque in ein Universum des industrialisierten Tötens mündeten.



Gesichter des Krieges - deutsche Soldaten an der Westfront; die Gasmasken griffbereit um den Hals gehängt. Ein junger Kanonier, frisch von der Ausbildung in der Heimat, inmitten von Männern die an der Front vorzeitig gealtert sind. Eine Aufnahme aus dem letzten Kriegsjahr 1918.

Die neutrale Schweiz blieb vom Krieg verschont. Doch sein Schatten ragte über die Grenzen, die vier Jahre lang von Schweizer Wehrmännern bewacht wurde. Die Armee konnte nicht verhindern dass Not, Hunger und Unruhe ins Land kamen. Die Spanische Grippe forderte über das Kriegsende hinaus fast 25'000 Menschenleben und am letzten Tag des Krieges begann der Landesstreik in dessen Verlauf sich bewaffnete Soldaten und Arbeiter gegenüber standen.

Informationen für unsere Marschteilnehmer

Um an den Waffenstillstand vom 11. November 1918 zu erinnern, führt Rost & Grünspan seit dem Jahr 2000 den Marsch vom Chessiloch bei Grellingen zum Wehrmännerdenkmal am Amtshausplatz in Laufen durch. Der Marsch gedenkt des Endes des Ersten Weltkriegs, mit dem vor genau 90 Jahren eine Zeit grosser Opfer und Leiden in Europa vorbei ging.
Unter der Leitung von Obmann Patrick Schlenker und Offiziersfunktion führt unser Zug 98 den Marsch durch. Aufgeboten für diesen Einsatz sind alle Mitglieder von R&G die sich der Epoche der Grenzbesetzung 1914-1918 verbunden fühlen. In historischer Ausrüstung und Uniform wird eines Stecke von 7,4 Kilometer von Grellingen nach Laufen zurückgelegt.
Zur 90. Wiederkehr des Waffenstillstands geht das Programm 2008 über den Marsch nach Laufen hinaus. Am Nachmittag wird im Chessiloch ein Biwak bezogen, in dem für das Publikum bis am Sonntag der Alltag der Wehrmänner während der Grenzbesetzung 1914-1918 neu belebt werden soll. Weitere Details zu diesem Programmteil folgen bald.

Wehrmänner des Bataillons 97 im Grenzdienst 1916:



Posten Chessiloch 1914-1918

Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, traf die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich nicht wie heute bei Basel sondern noch beim sogenannten Pruntruter Zipfel im heutigen Jura auf die Schweizer Grenze. Dort kämpften während des Krieges die Soldaten beider Seiten in den Schützengräben gegeneinander, und dort verlangte die Landesgrenze sehr aufmerksame Bewachung.
Eine besonders wichtige Versorgungslinie für die Schweizer Truppen auf Grenzwache im Pruntruter Zipfel war die Eisenbahnlinie von Basel nach Delemont. Im Chessiloch bei Grellingen war die Linie mit zwei Brücken am verwundbarsten. Während des ganzen Krieges standen dort daher Truppen um die strategisch wichtige Bahnlinie zu bewachen.
Wehrmänner aus fast allen Kantonen der Schweiz hatten im Chessiloch Dienst getan. Nachdem sich eine Einheit mit einer Wappenmalerei an der Felsenformationverewigt hatte, folgten diesem Beispiel andere. Bei Kriegsende 1918 zeugten die bemalten Felsen im Chessiloch von all jenen Truppen die dort in schweren Zeiten auf Wache standen. Die renovierten Malereien sind noch heute erhalten.

In historischen Uniformen auf dem Marsch nach Laufen:



Das Laufentaler Wehrmännerdenkmal

Auch wenn die Schweiz nicht in den Krieg hineingerissen wurde, hatte ihre Armee dennoch Verluste zu beklagen, hauptsächlich durch die Spanische Grippe 1918. Um jener Väter, Söhne, Gatten oder Brüder zu Gedenken, die vom aktiven Deinst nicht wieder zu ihren Lieben heimkehrten, wurde in Laufen am Vorstadtplatz ein Monument errichtet.
Der Standort ergab sich notgedrungen. Auf dem Vorstadtplatz stand einst ein Brunnen der aber nunmehr der Verkehr im Weg war. Der Bildhauer Robert Rudolf überzeugte mit einem Entwurf der das Denkmal mit einem neuen Brunnen verband. 1924, zehn Jahre nach der Mobilisation anlässlich des Kriegsausbruchs von 1914, wurde das Wehrmännerdenkmal eingeweiht.
Zwei Tafeln erinnern an die Namen der Wehrmänner des Berner Bataillons 23 und des Laufentals allgemein, die während der Grenzbesetzung 1914-18 umkamen. Von September bis Oktober 2007 wurde das Laufentaler Wehrmännerdenkmal für 15'000 Franken restauriert. Heute erstrahlt es im Glanz von 1924.

Das Laufentaler Wehrmännerdenkmal nach der Renovation 2007:



Hilfreiche sonstige Informationen:

Treffpunkt marschbereit 08.00 Uhr beim Bahnhof Grellingen, wo auch die meisten Autos zurückbleiben. Der Marsch führt bis Laufen, wo auf dem Parkplatz vor der Stadt ab 11.00 Uhr unsere Logistik mit einer Zwischenverpflegung wartet, und wo wir Pause machen. Dort üben wir mit unseren Zuzügern auch die Zeremonie am Denkmal.
Für den Marsch ist gut eingelaufenes militärisches Schuhwerk notwendig. In den Schuhen zwei Paar Socken tragen, was die Haut schont und der Blasenbildung entgegenwirkt. Nach der Pause soll die Zeremonie am Wehrmännerdenkmal folgen. Dazu muss beim Stadtrat von Laufen noch eine Genehmigung eingeholt werden. Der Anlass ist ernst, das Auftreten würdig!.
Der erweiterte Zug soll um 11.53 Uhr durch das Baslertor die Stadt Laufen betreten und entlang der Hauptstrasse zum Amtshausplatz zum frisch sanierten Wehrmännerdenkmal ziehen. Dort soll wie üblich um 12.00 Uhr die schlichte Gedenkzeremonie mit Kranzniederlegung mit Schildwache stattfinden.
Sicherheitspunkte

Es wird keine Munition geduldet - weder scharf noch blind noch Manipuliermunition! Für Drillvorführungen im Biwak werden nach dem Marsch ungefährliche Manipulierlader ausgegeben und später wieder eingezogen. Keine privaten Lader in den Patronentaschen. Es findet eine Munitions- und Entladekontrolle der Gewehre vor dem Marsch und im Biwak statt.
An den Waffen wird nicht eigenmächtig manipuliert. Es werden keine Ladebewegungen ausserhalb einer Drillvorführung vorgenommen. Keine Zeigfinger am Abzug, Sicherungsring stets in Postition gesichert. Es wird ausserhalb der Drillvorführungen im Biwak nicht auf etwas gezielt und es wird prinzipiell zu keinem Zeitpunkt auf Menschen oder Tiere angelegt.
Bajonette werden nur auf Befehl aus der Scheide genommen und aufgepflanzt und nach Gebrauch wieder versorgt. Schildwachen mit Bajonett bewegen sich nur mit den Gewehre geschultert und stehen ansonsten mit abgestelltem Gewehr in Ruhn oder Achtung. Unser Sanitäter ist ständig auch mit einem modernen Verbandskasten ausgerüstet.



>> Sonderausgabe des Vereinsblattes zum Chessilochmarsch 08 (PDF-Datei, 2,6 MB)

>> Impressionen vom Chessilochmarsch 2007

>> Impressionen vom Chessilochmarsch 2006

>> Impressionen vom Chessilochmarsch 2005

>> Kurzfilm zum Chessilochmarsch 2006 (Quicktime-Datei, 15,3 MB)

>> Impressionen vom Chessilochmarsch 2004



Wehrmänner vor dem Kantonnement an der Grenze 1915:



Zeitangaben auf einen Blick:

- ab 07.30 Uhr: Eintreffen auf dem Parkplatz Bahnhof Grellingen
- 08.00 Uhr: Abmarsch ab Bahnhof Grellingen nach Laufen
- 11.00 Uhr: Eintreffen Parkplatz Laufen
- 11.50 Uhr: Bereit zum Einmarsch vor dem Baslertor Laufen
- 12.00 Uhr: Gedenkzeremonie beim Wehrmännerdenkmal am Amtshausplatz
- 12.15 Uhr: Truppe zieht vom Denkmal ab

Ankunft in Laufen:



Allgemeines Material für Samstag und Sonntag:

- Kaput Ordonnanz 1898 (Kragenpatten Infanterie & 1 Sanitäter & 1 Sappeur)
- Ordonnanzhose 98
- Nagelschuhe
- Tschako Ordonnanz 1898 mit orangem Pompon
- Tarnbezug Modell 1914 Grau
- Ceinturon
- Gabeltragriemen
- Patronentaschen Ordonnanz 1898 oder 1911
- Dolchbajonett 1899 mit Frosch
- Sägebajonett 1914 mit Frosch (für Sappeur)
Spezielles Material:

- Sanitätertasche für Sanitäter
- Labeflasche für Sanitäter
- Faschinenmesser für Sanitäter
- Blauer Pompon für Sanitätstschako
- Truppenfahne Rost & Grünspan
- Bandulier für Fähnrich
- Lederhandschuhe für Fähnrich
Packung:

- Tornister Ordonnanz 1898 für Infanteristen und Sappeur
- Sanitätstornister für Sanitäter
- Gamelle Ord.98 (wenn nicht anders möglich Ord.14)
- Lederbrotsack
- Schanzspaten mit Lederfutteral für Mannschaften
- Axthaue mit Lederfutteral für Unteroffizier
- Drei lederne Packriemen
- Zusatzpatronentasche Ord.1914 (sofern verfügbar)
Bewaffnung:

- Mannschaft: Langgewehr Ordonnanz 96/11 oder 11
- Sappeur: Karabiner Ordonnanz 1911
- Offizier: Pistole 06 (nur Griffstück) mit Holster
Material des Offiziers:

- Feldbluse Ordonnanz 1898
- Reithose
- Reitstiefel
- Offizierstschako Ordonnanz 1898
- Tarnbezug Modell 1914 Grau
- Feldstechertasche
- Offizierssäbel mit Schlagband
- Lederhandschuhe
Wichtiges zum Gebrauch: (muss nicht dabei sein auf Marsch)

- Waffenrock Ordonnanz 1898 (für Ausgang am Abend und Kirchgang am Sonntagmorgen)
- Wechselwäsche (Hemd, etc...) um nach Marsch trockene Kleidung für Biwak zu haben
- schwarze Schweizer Gamelle moderner Ordonnanz mit Essbesteck zum Essenfassen im Biwak
- Waschzeug und Nachtzeug für Übernachtung auf Sonntag



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